Ausstellung Holz Sammlung Wald

„Ich ging im Walde so für mich hin …“

Schon die ersten Schritte ins Levester Holz im Frühjahr offenbarten eine befremdliche Unachtsamkeit mit Müll in dieser Gegend. Hier liegt jede Menge Glas, raunten wir erst noch, dann wurde uns klar, dass wir auf einer Müllkippe standen. Vor Zeiten hatte die Gemeinde hier Hausrat entsorgt und – offensichtlich vergessen. Wir fanden zahllose Objekte, die es so heute nicht mehr gibt, Dinge aus unserer Kindheit, Haushaltsbedarf, Flaschen, Eislöffelchen, Cremedosen, Shampoo- und Spülmittelflaschen, Spielzeug, Kleidung, Schuhe – die Plastikgegenstände kaum verrottet, ihre Farben in erschreckender Frische. Wir schätzen den Müllplatz auf ca. 45–50 Jahre, Späteres kam nicht mehr dazu. Die organischen Teile sind längst zu Erde geworden, Papieretiketten haben sich sauber von Untergründen gelöst, Knochenreste scheinen in der Sonne, von Textilien sind nur doch die Chemiefasern übrig. Der Ort ist mit Bäumen bewachsen und jetzt im Sommer kaum auszumachen. Wir graben, sammeln, führen zusammen, und fühlen uns wie Archäologen unserer eigenen Kindheit. Weiterlesen

Himmel und Erde

Wir kennen die schönsten Stellen

stemmer-berg

Hinterm Rittergut in Stemmen, auf der Südseite des Stemmer Berges beginnt ein unscheinbarer Weg, der uns durch eine schmale Senke führt, die zu einem tiefen Hohlweg wird. Wie auf so vielen Wanderungen haben wir das unheimliche Gefühl, verbotenes Gelände zu betreten. Fast meinen wir, in vollkommene Stille einzutreten, ein schweigendes Zwerglein hinter jeder krummen Wurzel, obwohl über uns in der Sonne reges Gezwitscher herrscht. Vielleicht haben wir uns auch alles nur eingebildet. In naher Umgebung gibt es ein verlassenes Steinkohlebergwerk mit mehreren Förderschächten, vielleicht ist unser Gang nur ein offener Teil der Anlage, wer weiß.